Buchauszug 1

 

Einleitung

 

„Erkenne dich selbst“

Meine These lautet: Wir sind ein individueller Wille, der sich in der Welt manifestiert. Er ist organisiert durch ein Muster geistiger Qualitäten.

Dieser Wille ist ein Enneagramm – es ist eine 9-fache Struktur, die sich in einem Raum-Zeit-Kontinuum verkörpert, was durch eine astrologische Radix angezeigt wird. Dieses Ich + bin (Enneagramm + Horoskop) ist sowohl „objektiv“ als auch exakt. Dieses „Ich bin“ liegt außerhalb von persönlichen Täuschungen. Wenn wir jedoch anfangen es zu interpretieren, ändert sich die Situation, da wir gezwungen sind, beide Elemente zu funktionalisieren.

Zu funktionalisieren bedeutet, das in eine Sprache zu kleiden, was in der Sprache selbst nicht enthalten ist. Einfacher ausgedrückt: Die Sprache (das Denken) kann etwas außerhalb der Sprache selbst zwar andeuten, aber nicht (!) vermitteln. Der Zuhörer versteht es nur dann, wenn er es einsieht. Hinter den Geschichten unsers Lebens verbirgt sich eine einzigartige Struktur, die wir erkennen können, wenn wir lernen, unsere Geschichten (die uns den Blick verstellen) abzulegen.

Ich bin der Ansicht, dass sowohl die Astrologie, als auch das Enneagramm jeweils den Anschein vermitteln, als ob sie die gesamte Grundstruktur des Menschen erfassen würden, und es gibt verständliche Gründe, warum diese „Fehlannahme“ nicht weiter auffällt.

Die Enneagramm Vertreter kümmern sich nicht um alle möglichen Variationen von psychischen Strukturen bei jedem einzelnen. Wie man in der Literatur über das Enneagramm lesen kann, sind sie an dem Kern des Ego interessiert und allem, was daraus folgt (die vielfältigen Eigenschaften ändern nichts an dem Kern).

Nach meiner Beobachtung schauen Astrologen auf eine solche Vielfalt von Aspekten, dass es ihnen gar nicht in den Sinn kommt, dass etwas (Wesentliches) fehlen könnte. Wenn sie vom Enneagramm hören, gibt es eher ein Achselzucken als Neugierde. Mir erging es auch so.

Inzwischen habe ich drei „Sachen“ herausgefunden:

1. Die Botschaft des Enneagramms liegt auf einer tieferen Ebene als die astrologische.

2. Es ist verbreitet, vom Enneatyp zu sprechen, z.B. ein „Zweier“, ich gehe jedoch weiter, indem ich (darüber hinaus) von einer Enneagrammstruktur ausgehe, die ähnlich einer Radix komplex ist.

3. Beide Systeme vervollständigen sich und haben eine eindeutige Schnittstelle.

Das detaillierte Verhältnis der beiden Systeme erörtere ich im Buch 3.

 

Das Enneagramm und die Astrosynergie sind seelische Landkarten. Wir sind, wer wir sind, auch wenn wir diese nicht kennen. Sie können für uns in bestimmten Lebensphasen unnötig oder sogar hinderlich sein. Vielleicht können manche Menschen unter besonderen Umständen ganz auf Landkarten verzichten.

Wir sollten jedoch nicht übersehen, dass wir in der Regel Landkarten schon lange benutzen.

Ein Psychologe würde von „Selbstbildern“ sprechen. Ein Selbstbild ist eine von uns geschaffene Identität, wodurch wir „wissen“, wer wir sind. Landkarten können, da sie Selbstbilder und die daraus resultierenden Lebensentwürfe zusammenfassen, die Wahrheit zwar nicht offenbaren, aber sie können verzerrte Selbstbilder korrigieren und unvollständige ergänzen.

 

Die klassische Schulwissenschaft untersucht die sogenannte äußere Welt, sowie – quantifizierend – die innere Welt (z.B. Psychologie). Eine derartige Wissenschaftlichkeit fungiert in unserem Zeitalter als der Maßstab der Wahrheit. Solche Wissenschaftler (es gibt auch andere) erkennen nicht, dass eine äußere Welt als solche ein Gedanke ist. Daher sind Inhalte einer solchen Welt ebenfalls Gedanken und keine objektive Realität.

Es ist verständlich, dass ein Wissenschaftler, der die Erfahrung der Welt als eine Bewusstseinsleistung nicht kennt, mit dem vorliegenden Buch wahrscheinlich nichts anfangen kann.

Der fundamentale Irrtum der modernen Wissenschaft beruht auf der unbewussten Annahme, dass es möglich ist, die Realität zu erkennen, ohne sich selbst als Mensch wandeln zu müssen. Der Schmetterling kann in seinem Larven-Stadium jedoch auch noch nicht fliegen, und er muss sich wandeln.

Menschen die sich gewandelt haben und die Wahrheit verkörpern (man kann die Wahrheit nicht „sagen“ oder „definieren“), werden von vielen abgelehnt. Das liegt in der Regel an dem Irrtum des Ego, welches denkt: „Ein anderes Ego soll dies geschafft haben und ich, so klug oder besonders wie ich bin, ich nicht?!“. Das könnte das Ego nie ertragen und verlangt nach „Beweisen“. In der Empörung vergisst es ganz, dass es Beweise nur in der äußeren Welt geben könnte.

Die Erfahrung(en), dass das Denken nicht irgend eine „reale Welt“, sondern nur sich selbst als Verstand (mind) begreifen kann, hast du als Leser vielleicht nicht in voller Klarheit im Bewusstsein, aber hat sich für dich einiges offenbart, dann kann das Buch für mehr Transparenz sorgen.

Oder du bist neugierig und möchtest dein Denken in neuen Kontexten erproben, auch wenn du mit dem Satz: “Die Welt ist ein Gedanke“ erst mal nichts anfangen kannst. Beachte bitte, dass ich nicht: „nur“ ein Gedanke schreibe!

 

Frage dich auch: “Kann ich glauben, dass das Leben es grundlegend gut mit mir meint, wie auch immer die Umstände erscheinen?“. Wenn du diese Frage nicht bejahen kannst, ist es wohl nicht die stimmige Zeitqualität dieses Buch zu lesen. Du würdest dich wahrscheinlich bemühen zu sehen, wie das Geschriebene gänzlich oder in Teilen nicht stimmt.

Wir können ein Buch lesen mit der Bereitschaft, neue Horizonte aufzuschließen, oder mit der Haltung: „Kann das Buch meinen festen Überzeugungen standhalten, und sie in diesem vorgegebenen Rahmen erweitern?“. Manche Menschen – nicht nur Wissenschaftler – halten ihre Überzeugungen für „gesichertes Wissen“. Sie begrenzen sich selbst in der Weise, dass sie für alles „Beweise“ verlangen. Dass das Leben es mit uns gut meint, können wir nicht beweisen. Das Gute ist für mich das Herz der Spiritualität.

Vielleicht denkst du, dass DU nicht dogmatisch bist. Ich bin es. Jedes Mal wenn ich es bemerke, wird es etwas weniger. Wie kann es um jemanden bestellt sein, der es bei anderen bemerkt, aber bei sich selbst nie? ...

 

 

Eine Anmerkung zu meinem Gebrauch der männlich/weiblichen Beispiele und der Anrede: Ich habe mich entschieden den Text nicht sperrig zu machen. Gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin haben wir ein psychologisches Fachbuch gelesen, in dem die Autoren konsequent männlich/weibliche Endungen verwendet haben. Das Buch wurde dadurch „nerv- tötend“, wir mussten uns anstrengen, um einfach nur dem Inhalt folgen zu können. Also liebe Leserin – du bist gemeint, wenn ich „Leser“ schreibe, und ein jeder „er“ (z.B. „der Charmeur“) ist auch eine „sie“.

Eine zweite Anmerkung betrifft den Gebrauch von „die Wissenschaft“ (oder „Wissenschaftler“). Dieses Gebiet stellt ein großes Spektrum an Kompetenzen und Individuen dar, die darin tätig sind. Man kann sie selbstredend nicht „über einen Kamm scheren“. Gelegentlich gehe ich die „Wissenschaft“ hart an, damit sind jedoch nur ganz bestimmte Vertreter gemeint! Es sind die modernen Hohepriester, die sagen: „Was die Wahrheit sein kann, darüber können nur wir entscheiden (alle anderen sind entweder kleine Spinner oder gefährlich)“. So wie ich das sehe, sind es paradoxer Weise Gläubige, weil sie nämlich wirklich glauben, dass der Maßstab jeglicher Realität im logischen Denken zu finden sei.

Solltest du als Leser ein Wissenschaftler mit einem offenen Geist sein, fühle dich da also nicht angesprochen.

Die Modelle, die ich in diesem Buch einsetze, sind Werkzeuge (nicht mit Dogmen zu verwechseln), von denen ich begeistert bin. Außerdem gehe ich davon aus: Sie werden manche Leser bereichern.

Die Videos in der Navigation sind chronologisch angeordnet und erleichtern so einen schrittweisen Einstieg in diese Materie.

 

The videos in the navigation are in chronological order, thus facilitating a gradual entry into this matter.  

Das Buch, ist im Astronova Verlag unter der Nummer: 4933 bestellbar (oder bei Amazon). Insofern es um eine Synthese geht, ist mir sonst noch kein anderes Buch bekannt (auch in keiner anderen Sprache). Über Hinweise darüber würde ich mich freuen! 

Es können auch Artikel von mir erworben werden in der Fachzeitschrift  Meridian über

Astrosynergie (PDF).  

 

Auf die Fehler in der ersten Buch Ausgabe, die zu Missverständnissen führen könnten, weise ich im Register: Buchauszüge hin. Dort ist ebenfalls das Inhaltsverzeichnis enthalten.

         

Ich arbeite seit vielen Jahren als Astrologie Berater, neuerdings auch mit dem Enneagramm.          

I have been working for many years as an astrological consultant, more recently, with the Enneagram.