Enneagramm Strukur

…………………

Diese Geschichten lehnen sich geringfügig an die astrologische Symbolik an. Bevor ich auf die einzelnen Typen eingehe, erlaube ich mir – ein wenig im Gurdjieff´schen Still – die neun Strukturen von ihrer gänzlich unerlösten Seite zu skizzieren. Denn der „Segen der Zivilisation“ erklärt nicht, warum unsere Zivilisation de facto in einem desaströsen Zustand ist. Kein intelligenter Mensch erwartet, dass in absehbarer Zeit die Kriege oder Ausbeutung ihr Ende finden werden. Somit deute ich hier an, dass es im Lichte des Enneagramms durchaus konkrete Gründe dafür gib.

Eine menschenverachtende Erfindung der E.3er ist die moderne Werbebranche.Ein Werben im Sinne der Mitteilung von Informationen, in der man Auskunft gibt über ein Produkt, ist hier nicht gemeint. Eine zeitgemäße Werbung verkauft einen glanzvollen Traum, den sichtbaren Luxus eines Löwe-Zeichens. Dahinter verborgen (!) sitzt der Stachel des Skorpions, der flüstert: Dich will ich / Dich kriege ich. Der Käufer wird denken, er habe sich selbst für das Produkt entschieden, aber der Pluto kichert. Die Werbebranche hat den Begriff „Menschenverachtung“ schlauerweise durch „Kreativität“ ersetzt und es ist auf einer Ebene sogar der Fall – jedoch nur für die Bedürfnisse der Eitelkeit des Egos. Die Menschen werden „für dumm verkauft“ und selbst zu Produkten. Der E.3 hat es geschafft, dass die Menschen auch das kaufen, was sie von sich aus, nie brauchen würden. Der Erfolg ist halt alles. ….

Eine zweischneidige Erfindung der E.2er ist die Medizin. Ursprünglich war der Mediziner ein Schamane, und es gibt ihn heute noch. Seine Aufgabe ist unter anderem den Menschen darin zu unterstützen, dass seine Seele mehr ins Gleichgewicht kommt, was einhergeht mit Verschwinden oder Reduktion körperlicher Symptome – sogenannter „Krankheiten“. Das zentrale Anliegen war jedoch die seelische Versorgung, die auf das Krebs-Zeichen hindeutet. Nun hat sich die Medizin „weiter entwickelt“. Diese Weiterentwicklung ist in die Richtung gegangen, dass der sogenannte Schulmediziner von der Seele des Patienten nichts mehr  versteht. Inzwischen hat die (Schul-)Medizin mit dem Menschen als Ganzes keinen Berührungspunkt. Sowohl die Mediziner als auch die Pharmaindustrie brauchen die Kranken um ihr Geld zu verdienen oder um reich zu werden. Die Medizin „behandelt“ die Krankheiten, aber: Hast du dich gefragt, wer sie erzeugt? Je mehr Energie investiert wird in die „Bekämpfung der Krankheiten“, desto mehr werden sie. Dies ist ein so umfangreiches Thema, dass ich es hier nur streifen kann.

Die zwei wichtigsten Erfindungen der E.4er sind Kunst und Religion. Der Neptun des Fische-Zeichens hat hierzu die stärkste Verbindung. Es gab ursprünglich eine Kunst, die den Sinn hatte, das, was nicht äußerlich darstellbar ist, dennoch zu manifestieren, z.B. die Gesetze der Weltschöpfung in altägyptischer Baukunst, oder die Dynamik des menschlichen Seelendramas im altgriechischen Theater. Nun hat sich die Kunst „weiterentwickelt“, und definiert sich inzwischen per seals subjektive Befindlichkeit, meistens im Dienste der Eitelkeit (viele „Künstler“ halten sich für etwas Besonderes).

Die zweite Erfindung – Religion – ist dafür zuständig gewesen, dass der Mensch die Mittel bekommen sollte, wieder „zurückzukommen zu seinem Ursprung“. Er fand sich in einer Welt, in der er nicht geborgen war, aus eigener Kraft hätte er keine Möglichkeit gehabt, etwas an seinem Schicksal zu ändern (das kannst du vergleichen mit einem Baby, das für sich allein sorgen soll). Inzwischen sind wir „weiter“. Wir brauchen keine Religionen, wir sind „aufgeklärt“. Aus meiner Sicht haben wir ein anderes Problem: die „Stupidität“ der religiösen Institutionen und die unerträgliche Arroganz und Selbstgefälligkeit der sogenannten Atheisten, leider auch mancher Wissenschaftler. Religio, als Spiritualität wird zwar in modernen Esoterik-Kreisen gepredigt, aber manchmal ist sie leider das, was die Commonsense-People als Spinnerei abtun. Man beginnt nicht ein Haus vom Dachgeschoss aus zu bauen, sondern von der Basis, und so sollten wir mit gesundem Menschenverstand, klarem Denken (Logik) und tieferen Einsichten (jenseits der Worte) unser „Haus bauen“.

 

Die zwei Erfindungen der Unselbständigkeit der E.6er sind das Beamtentum und die Versicherungen. Wir sind an den Saturn des Steinbock-Zeichens erinnert. Als sich Staaten bildeten, vor Tausenden von Jahren, sah man die Notwendigkeit einer organisierten Verwaltung. Eigentlich sind der Staat und die Verwaltung zwei Gesichtspunkte derselben Sache. Die Sache beruht auf einem Konsens – man „verträgt“ sich und beschließt einen Vertrag (heißt dann: Verfassung, Konstitution, etc.). Früher hatte so eine Sache eine ehrwürdige, manchmal sogar eine göttliche Aura. Manchmal galten die hohen Beamten als auserwählt, nicht einfach nur gewählt. Aber es gab natürlich immer auch Amtsmissbrauch. Heute sind wir natürlich weiter. Der moderne Beamte ist oft jemand, der es einfach „geschafft“ hat. Er hat es deshalb geschafft, weil er – anders als seine Mitmenschen – sich in einem „abgesicherten Modus“ empfindet. Ihm kann nichts passieren und darum ging es von Anfang an. Er möchte auch klagen aber er gibt freimütig zu: es ist auf hohem Niveau. Natürlich gibt es Beamte, auf die diese Beschreibung sich nicht bezieht. Mein Ansatz liegt immer auf einer Karikatur, die das Verständnis einer Fixierung verdeutlicht.

In einer ganz anderen Liga spielen die Versicherungen. Hier geht es nicht einfach darum, den Menschen zu sagen, dass sie zu Gehorsam verpflichtet sind, sondern hier werden aktiv Ängste erschaffen, damit die Macht und das Geld eindeutig (sprich: einseitig) verteilt werden.

Früher kamen einige schlaue Köpfe auf die Idee, man könnte gutes Geld verdienen, wenn man den Menschen plausibel machte, dass sie – für den Fall der Fälle – abgesichert sein könnten. Die Überlegung war sehr einfach: man musste mit dem Finger darauf zeigen, dass tatsächlich Unfälle und Unvorhersehbarkeiten passieren und dabei musste es einen selbst gar nicht „treffen“. Denn eine „Versicherung“ könnte den Menschen davon entbinden, dass er die Folgen dieser unerwünschten Ereignisse allzu sehr spüren sollte. Diese klugen Köpfe mussten also zwei Sachen zusammenzählen. Erstens: Wie viel Angst braucht der Mensch? Zweitens: Wie muss das Verhältnis zwischen Einnahmen und Auszahlungen beschaffen sein, damit sie in jedem Fall genügend verdienen?

Heute sind wir natürlich weiter. Die Versicherungsgesellschaften sehen es nicht gern, wenn irgendjemand in irgendeiner Weise für seine Taten selbst verantwortlich sein sollte.

Wohin könnte das führen? Konsequent gedacht, würden  die Menschen sukzessive auf ihre Versicherungen verzichten, sie würden dazu stehen, was sie tun und was ihnen passiert. Was die Versicherungen betrifft, wäre es allerdings ein Desaster: keine Milliardengewinne und keine Macht mehr. Ja, die Angst….

Die Erfindung der E.5er ist das Denken. Das ist eine sehr ungewohnte Formulierung, wir können auch sagen: Sie haben das Denken „entdeckt“. Um das zu verstehen versetzen wir uns in prähistorische Zeiten, wo ich meine, dass die Menschen noch nicht selbstständig gedacht haben. Es ist so wie z.B. heutzutage die Sinneswahrnehmung bei uns – wir nehmen nicht selbstständig wahr, sondern es passiert ganz automatisch. Die genauere Beobachtung zeigt uns auch, dass wir in nächtlichen Träumen, vorwiegend in Bildern, eher gedacht werden, als das wir selbst denken. Ich vermute, dass sogar vor wenigen Jahrtausenden die Völker, außer einigen Individuen, noch nicht selbstständig gedacht haben. Erst vor etwa 600 Jahren vor unserer Zeitrechnung ist der Impuls sein eigenes Leben denkerisch zu erfassen unübersehbar. Allen voran waren es die klassischen griechischen Philosophen, für die die Entdeckung des eigenen Denkens vergleichbar ist mit der Entdeckung der Sexualität bei Pubertierenden.

Der Uranus des Wassermann-Zeichens hat für dieses Thema die größte Relevanz.

Dieses neue Denken führte über Philosophie zu exakten Wissenschaften und der Technik.

Nun ist das Denken ein Moloch geworden, der sowohl dem Einzelnen als auch unserem Kollektiv große Probleme bereitet. Einerseits gibt es Menschen, die permanent versuchen „nicht denken zu können“, damit sie zur „Erleuchtung“ gelangen; andererseits gibt es solche, die vollkommen vom Denken „durchdrungen sein wollen“, und es für ihren persönlichen Profit einsetzen (in der Wirtschaft, oft Politik, manchmal Wissenschaft).

So wie ich es sehe, wird dem Denken von der Seite der „Menschen der äußeren Welt“ der Segen bescheinigt (Freiheit von mittelalterlichen Verhältnissen), und von der Seite der spirituellen Traditionen eher ein Fluch. Das Denken als eine Krönung der menschlichen Fähigkeiten zu sehen, kann jedenfalls nur bei Menschen stattfinden, die erstens nicht sehen, dass wir nicht die Möglichkeit haben, nicht zu denken (bewusst oder unbewusst) und zweitens, dass uns das Denken nur unwesentliche Dinge ermöglicht (das Beste davon ist: es kann Probleme „lösen“, die es vorher geschaffen hat).

 

Die immer begehrten Erfindungen der E.7er sind das organisierte Vergnügen, z.B. Urlaub und Reisen. Der Jupiter „pendelt“ zwischen seinem Schütze-Zeichen und seinem Exil: dem Zwillinge-Zeichen. Er wuchert zwar in Schütze Manier, hat aber nicht dessen Moral, sondern vielmehr die Ungebundenheit der Zwillinge (die Moral hat er an den E.1 „abgetreten“). Disneyland ist eine moderne Einrichtung, die natürlich ihre Vorläufer hatte. In altem Rom hat man das Prinzip der Unterhaltung vor allem politisch zu nutzen gewusst, die Möglichkeiten waren jedoch noch sehr überschaubar. Heute sind wir viel weiter – wir können aus reinem Vergnügen, vorausgesetzt wir haben das nötige „Kleingeld“, sogar zum Mond fliegen.

Das pure Vergnügen ist nicht nur eine willkommene Ablenkung, sondern für manche gar der Sinn des Lebens – was für viele moderne Jugendliche selbstverständlich ist.

Die meisten von uns leben in dem Spektrum von Arbeit und Urlaub, wobei die Arbeit das notwendige Übel ist und durch den Urlaub ausgeglichen werden muss.

Multitasking erhöht die Ausbeute an angenehmen Erfahrungen, darf also nicht zu kurz kommen und minimiert das Risiko, dass etwas Bestimmtes ernstgenommen werden muss.

Das Reisen hat die Menschen in früheren Jahrhunderten tatsächlich häufig gebildet, heute steht aber eher das Ausscheren aus dem Alltag im Vordergrund, und die Reise ist nicht üblicherweise an geistige Erweiterung, sondern an das Geld gebunden.

Eine fundamentale Erfindung der E.9er sind die Mega-Institutionen, in denen kein persönliches Profil von den einzelnen Menschen noch irgendeine Bedeutung hätte. Diese politischen, wirtschaftlichen u.a. Organisationen bewegen sich möglichst gar nicht. Man ist darin aufgehoben, braucht sich keine eigenen Gedanken zu machen und vor allem soll man nicht anecken  – es geht schließlich um die gemeinsame Sache. Wir sind astrologisch an die Venus von Stier- und Waage-Zeichen erinnert.

Früher gab es natürlich die kleinen Gemeinschaften, die an einem Strang zogen. Die Sippenzugehörigkeit sicherte das Überleben. Heute sind wir weiter. Wir brauchen keine Sippe, die hinter uns steht. Die Single-Haushalte in den sogenannten Wohlstandsländern sind sehr verbreitet, die Frage stellt sich eher: Wie frei sind wir von unserem kollektiven Erbe? Dieses kollektive Erbe sagt uns, was wir denken, was wir glauben, was wir tun sollen, um glücklich und erfüllt zu sein, aber wenn wir diese Schiene fahren, sind wir mittelmäßig und frustriert. Es hat wirklich zwei Seiten: Entweder du passt dich an etwas an und brauchst keinen eigenen Standpunkt zu haben (alles fügt sich schon von alleine), oder du bekommst Schwierigkeiten, weil du den Mut hast, „nein“ zu sagen und dafür zu stehen. Wenn du nicht entscheidest, entscheiden andere für dich….

Eine fundamentale Erfindung der E.8er ist der Krieg und daher auch das Militär. Man sollte bemerken, dass die Technik zur Lebensvernichtung auf einem höheren Niveau entwickelt ist, als die zur Lebensförderung, die nicht mit Lebenserhaltung verwechseln werden soll. Der Mars des Widder-Zeichens und die „rachsüchtige“ Variante des Skorpion-Zeichens sind die bestgeeigneten Vertreter dieser Disziplin.

Auch der Krieg ist aus seiner Kindheit herausgewachsen. Früher waren die Menschen ein wenig wie Kinder, die den Drang hatten, ihre Kräfte unter Beweis zu stellen, aber es ging direkt: Mann gegen Mann. Heute sind wir natürlich weiter – seelisch kranke Menschen sind in der Lage Hunderttausende auf einen Knopfdruck auszulöschen. Der Motor dahinter ist natürlich die Angst: Nur wenn man selbst offensiv vorgeht, kann die „Gefahr“ gebahnt werden. Natürlich war die Bevölkerung, die ausgelöscht wurde nicht wirklich gefährlich, aber denjenigen, die als gefährlich empfunden werden, muss doch die eigene Stärke signalisiert werden.

Ist der Krieg vermeidbar? Natürlich nicht – aber es macht einen Unterschied, ob wir mit uns selbst kämpfen, um reifer zu werden, oder ob wir jemanden töten, den wir gar nicht kennen…

Die fundamentale Erfindung der E.1er ist die Moral, von der dann die sogenannte Erziehung ihren ersten Einschlag bekommt und anschließend die Anstands- und Verhaltensregeln. Astrologisch spielt der Merkur im Jungfrau-Zeichen eine ähnliche Rolle und sein Domizil in Zwillinge scheint zu E.7 verschoben zu sein.

Wir hätten eigentlich keinen Grund, uns über diese Erfindung zu beschweren, aber beim genaueren Hinsehen entdecken wir doch, dass etwas „gewaltig nicht stimmt“. Die Moral sagt uns, wie es sein sollte in Abgrenzung zu dem, was tatsächlich ist. Beachte bitte: Wenn das, was tatsächlich ist, einfach akzeptiert würde, würde der Begriff der Moral keinen Sinn ergeben, also überflüssig sein. Wir haben schon als Kinder gelernt, wie wir sein sollten, wie es nämlich richtigist. Jetzt sind wir in uns gespalten und bringen unseren Kindern bei, wie sie auch dahin kommen. Ich will damit nicht sagen, wir sollten Kindern alles erlauben und uns gar nicht einmischen. Das ist nicht der Punkt; es geht eher darum zu erkennen, dass – solange wir selbst gespalten sind – wir unseren Kindern auch nur dieses weiter geben können.

Ich gehe davon aus, dass, als die Moral erfunden wurde (es hieß damals z.B.: Du sollst nicht stehlen, nicht töten, etc.), es eine hilfreiche Erfindung war. Es waren kleine Offenbarungen, die die Herzen jener Menschen berührten, auch wenn sie all das selten einhalten konnten. Heute sind wir weiter – es braucht uns nicht mehr zu berühren, es erscheint so verstaubt. Es ist folgerichtig, dass Menschen wie Nietzsche damit nichts mehr anfangen können.

 

Die Frage ist jetzt, wie gehen wir damit um? Es ist offensichtlich, dass die äußere Moral uns unmündig bzw. mechanisch macht. Sind wir innerlich genug gefestigt, um dennoch ethisch und wahrhaft menschlich zu handeln, nicht nur motiviert durch Lob und Tadel? Das ist der große Unterschied: Handle ich so, weil ich es soll, bzw. muss, oder tue ich genau das, was ich einfach bin? 

Die Videos in der Navigation sind chronologisch angeordnet und erleichtern so einen schrittweisen Einstieg in diese Materie.

 

The videos in the navigation are in chronological order, thus facilitating a gradual entry into this matter.  

Das Buch, ist im Astronova Verlag unter der Nummer: 4933 bestellbar (oder bei Amazon). Insofern es um eine Synthese geht, ist mir sonst noch kein anderes Buch bekannt (auch in keiner anderen Sprache). Über Hinweise darüber würde ich mich freuen! 

Es können auch Artikel von mir erworben werden in der Fachzeitschrift  Meridian über

Astrosynergie (PDF).  

 

Auf die Fehler in der ersten Buch Ausgabe, die zu Missverständnissen führen könnten, weise ich im Register: Buchauszüge hin. Dort ist ebenfalls das Inhaltsverzeichnis enthalten.

         

Ich arbeite seit vielen Jahren als Astrologie Berater, neuerdings auch mit dem Enneagramm.          

I have been working for many years as an astrological consultant, more recently, with the Enneagram.